Jüdisches Leben allgemein
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Quellenverzeichnis

1400 - 1700

Die ersten Informationen über Juden in Crailsheim datieren auf das Jahr 1348/49. Schon damals wurde den Juden Schuld zugeschoben, wie z.B. dem massenhaften Sterben in der Pestzeit. Dies hatte zufolge, dass sie aus Crailsheim vertrieben wurden. Jedoch liegen einzelne Nachweise von Juden in Crailsheim zwischen dem 15.- und 16.Jahrhundert vor. Die Juden mussten meist am Rand der Gesellschaft leben und mühsam ihre Existenz mit Kleinhandel, Geldhandel oder als Pfandleiher verdienen. Das Verhältnis zwischen den Christen und den Juden in Crailsheim war sehr angespannt. So durften die Juden als Minderheit z.B. nicht: Außerdem verlangten viele Bürger das die Juden: Zusätzlich waren sie vielen Vorurteilen ausgesetzt und ihnen wurde viel Schuld zugeschoben worden, so z.B.

Als sehr bekannte "Hetzer" gegen die Juden sind der Pfarrer Johann Sattler und auch Martin Luther bekannt: So schrieb Sattler:

"Obwohl die Juden das Blut der Laien vergießen und trinken und uns unserer Schätze berauben, erscheint es einigen von uns lobesam, dass sie von ihnen Geld zur Völlerei erhalten. Dennoch beschimpfen sie uns täglich, lästern Christus, verhöhnen die selige Jungfrau Maria, dichten dem Kreuz verschiedene Schandtaten an, verhöhnen und bespeien es. Hartnäc kig verweilen sie bei uns mit der schlechten Erlaubnis der Fürsten aufgrund ihrer Bitten."

Oder auch:

"Wenn ein Christ ein Haus vermietet, muss er die Juden anhalten, dass sie keine jungen Männer stehlen, ihnen keine Gaukeleien vorführen, keine Verschwörung gegen Christen anzetteln, sich nicht gegen die Bürgerschaft oder die Kirche zusammenrotten, keine Gifte oder Zaubermittel verwenden, keine Brunnen vergiften und dass sie dies alles mit einem Eid beschwören ."

Durch den Judenhass wie auch der Gesetzesänderung gegen Juden zwischen 1530 und 1590 verließen "viele, wenn nicht alle Juden Crailsheim". Am Ende seiner Amtszeit läutete Georg Friedrich, welcher für die Anti-Juden-Gesetze zuständig war, eine eher friedlichere Politik ein und erlaubte den Juden, gegen eine Aufnahmegebühr und Schutzgeld in "Sicherheit und Freiheit" zu leben ? Anti Juden Gesetze waren dann aufgehoben. Dies stieß jedoch auf heftige Proteste von Städten, darunter auch Crailsheim. Diese Änderung und weitere Bedingungen, wie die Aufnahme jüdischer Flüchtlinge zu 30-jährigen Kriegszeit, führten dazu, dass 1692 insgesamt 28 jüdische Familien mit 150 Personen in Crailsheim lebten. (Höchststand in Crailsheim) Die Spannung zwischen den Christen und Juden blieb jedoch bestehen, so wurden des Öfteren Fenster mit Steinen eingeworfen, Häuser geplündert und Gegenstände zerstört.