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David Stein



David Stein wurde am 9. Dezember 1872 in Crailsheim geboren, er war der Sohn von Josua Stein und seiner Frau Klara. Er wurde zum Ersten Weltkrieg eingezogen und kämpfte an der Ostfront. David Stein war in Crailsheim bekannt für sein soziales und politisches Engagement wie auch für sein hohes Ansehen in der Stadt. Er heiratete 1902 seine Frau Klothilde Mezger, mit der er die drei Kinder Mina, Berthold und Wilhelm Stein zeugte. Klothilde ist 1922 verstorben. Zusammen mit seinem Schwager Nathan Mezger war David Besitzer einer Wein-, Zigarren- und Landesproduktenhandlung "Mezger und Stein OHG". Wie zuvor angesprochen war David auch sehr im öffentlichen Leben aktiv, er wurde 1923 in den Gemeinderat gewählt und erreichte fünf Jahre später bei seiner Wiederwahl eine der höchsten Stimmenanzahl. Politisch zählte David Stein zu den Liberalen der Stadt, so war er Mitglied der DDP und bis 1931 Abgeordneter im Kreistag. Das soziale Engagement zeigte er dadurch, dass er der stellvertretende Kolonnenführer der freiwilligen Sanitätskolonne und Schriftführer der freiwilligen Feuerwehr war. Dazu kommt, dass David Stein Vorsteher des Israelitischen Wohltätigkeit- und Krankenpflegevereins sowie Ausschussmitglied des Crailsheimer Altertums und Heimatvereins war . 1933 geriet David Stein ins Visier der Nationalsozialisten. So wurde er seiner Ämter enthoben, verspottet und musste 1936 seinen Handel einstellen sowie das Geschäft verkaufen. Noch im selben Jahr war er gezwungen, mit seiner Tochter nach Cannstatt zu ziehen. Ungläubig darüber, dass er dem nationalsozialistischen Rassenwahn zum Opfer fallen würde, lehnte er die Chance zu seinen Söhnen in die USA zu reißen ab. Am 22. August 1942 wurde er in das "Altersghetto" Theresienstadt deportiert. Fünf Wochen später wurde er im KZ Treblinka ermordet .