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Einmannstück bringt Schülern Büchner nahe

„Auf der Welt ist kein Bestand – wir müssen alle sterben“, so beschreibt die literarische Figur Franz Woyzeck sein Selbstverständnis des Lebens. Die von dem deutschen Dramatiker Georg Büchner entworfenen Figuren und deren Konfrontation mit den Lebensfragen des Alltags standen daher im Mittelpunkt beim Gastspiel des „THEATERmobileSpiele“ an der Kaufmännischen Schule Crailsheim. Kurz vor dem schriftlichen Abitur erlebten die Schüler die als Einmannstück konzipierte Textcollage „Büchner. Die Welt. Ein Riss“ von Regisseur Thorsten Kreilos.

Das Theater kommt in die Schule und nicht die Schüler müssen den Weg ins Theater auf sich nehmen. Klingt nach einem bequemen Vergnügen, doch durch die beeindruckende Spielleistung von Rüdiger Hellmann und der körperlichen Nähe zwischen Schauspieler und Publikum entsteht jedoch keine bequeme, sondern eine Atmosphäre, in der gelacht, gezuckt, gestaunt und aufmerksam zugehört wird. Dazu eine raffinierte Bühnengestaltung, die innerhalb kürzester Zeit mehrere Schauplätze aufzeigt.

Auszüge der Dramen „Leonce und Lena“, „Woyzeck“ und „Dantons Tod“ waren Teil der Inszenierung. Hilfreich war es sicherlich, dass sich die Schülerinnen und Schüler thematisch nicht nur mit dem abiturrelevanten Stück „Dantons Tod“ auseinandergesetzt haben, sondern zur Vorbereitung auf das Bühnenstück die anderen Texte Büchners, Symbole und historische Hintergründe behandelt haben.

In einer Abschlussdiskussion stellten die Schülerinnen und Schüler Fragen an den Regisseur. Fragen wie „Was hatte es mit der Puppe auf sich?“ oder „Wieso haben Sie sich entschieden, eine Textcollage und nicht ein komplettes Stück aufzuführen?“ zeigten, dass sich die Gymnasiasten mit dem Stück auseinandergesetzt haben. Martina Schopper, Lehrerin der Kaufmännischen Schule Crailsheim, ist von der Aufführung begeistert. Zum wiederholten Mal ist Schopper die Organisatorin des Einmannstücks an der KSCr. „Die Schüler haben die Möglichkeit, sich voll auf das Theater einzulassen“, so die Deutschlehrerin. Abiturvorbereitung eben mal anders.

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