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Von wegen Schülerzeitungen sind langweilig

Schüler der kaufmännischen Schule Crailsheim produzieren seit einigen Jahren eine Schülerzeitung

Themen suchen, Artikel schreiben, Anzeigenflächen vermarkten und das Layout bestimmen: Was in der Redaktion des Hohenloher Tagblatts Alltag ist, erledigen neun Schüler der kaufmännischen Schule Crailsheim nach dem Unterricht.

Seit 2014 wird die Schülerzeitung jährlich hergestellt. Seitdem ist Anna Steuer, Lehrerin an der kaufmännischen Schule, mit an Bord. Unterstützt wird sie von ihren Kollegen Linda Galumbo und Malte Möller.

Zweimal pro Schuljahr erscheint die Schülerzeitung. Die Redaktion trifft sich in unregelmäßigen Abständen, je nachdem, wie viel gerade zu tun ist. Für jedes neue Exemplar wird ein übergreifendes Thema festgelegt. In der neuesten Ausgabe geht es um Medien. „Wir versuchen, für die Jugend relevante Themen auszusuchen. So haben sich die letzten Zeitungen mit Musik oder Reisen befasst“, erklärt Steuer.

Dann machen sich die Schüler und Lehrer an die Ideensammlung. Es wird besprochen, welche Themen in der nächsten Ausgabe erscheinen sollen und wer sich um welches Thema kümmert. Die Hauptarbeit geschieht außerhalb der Schulzeit. „Das ist nicht nervig, wie es Hausaufgaben oft sind. Schließlich sind wir alle freiwillig bei der Schülerzeitung“, so das Credo der Schulredakteure. Abschließend wird die Zeitung zusammengestellt und nach dem Druck von Hand getackert.

Nachfrage übersteigt Angebot

Seit drei Jahren wird die Zeitung kostenlos an der Schule verteilt. Als sie noch Geld kostete, sei die Kaufbereitschaft sehr gering gewesen. Jaqueline Stoll, eine der zehn Mitglieder der Schülerredaktion, erklärt: „Trotzdem schreiben wir keine roten Zahlen. Durch den Anzeigenverkauf holen wir das Geld wieder in die Kasse.“ Die aktuelle Ausgabe ist so gefragt, dass die Redaktion nun kaum mit dem Nachproduzieren hinterher kommt.

Obwohl alle begeistert von der Redaktionsarbeit sind und dies als prägende Erfahrung bezeichnen, kann sich niemand vorstellen, später einmal hauptberuflich als Redakteur zu arbeiten. „Hier können wir schreiben, was wir wollen, und sind nicht an das tägliche Geschehen gebunden. Es herrscht kein Druck, im Gegensatz zu einer Tageszeitung“, erklärt Fidan Soya, eine der Schülerredakteure.

 

Hohenloher Tagblatt vom 6.4.18

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